Warum die Einteilung der Gesellschaft in Typen nützlicher für WissKomm & Public Engagement ist
Kurz analysiert
Jede*r, der ein Projekt oder Event organisiert, muss sich Gedanken über die Zielgruppe machen. Je besser ihr diese definiert, desto eher erreicht ihr die Menschen. Doch der Begriff der Zielgruppe ist für die Wissenschaftskommunikation und das Public Engagement zu unspezifisch. Die Organisation More in Common teilt die Gesellschaft in Typen ein. Anhand einer Studie konnten sie herausfinden, was Menschen verbindet und wo sie sich aufhalten. Diese Ergebnisse sind nützlich bei der Planung von Projekten und Events.
Betreffende More in Common teilt die Gesellschaft statt in Zielgruppen, in Typen ein. Ein Überblick der Gruppen und wie deren Charakteristik der WissKomm und dem Public Engagement hilft.
Die Organisation von Projekten oder Events ist am Anfang stets mit der Frage nach der Zielgruppe verbunden. Doch wie genau definiert sich meine Zielgruppe? Führt der Begriff tatsächlich zum Ziel, wenn ihr „Jugendliche“, „Senioren“ oder „junge Erwachsenen“ erreichen wollt? Oder braucht es einen anderen, damit sich gezielter die unterschiedlichen Gruppen von „Jugendlichen“ angesprochen fühlen? Der Begriff an sich ist stark mit dem Marketing verbunden. Unternehmen verfolgen das Interesse einer bestimmten Gruppe ihr Angebot zu verkaufen. Ihr Ziel ist einseitig. Das Marketing ist nicht darauf ausgelegt, dass die Zielgruppe mitspricht. In der WissKomm und dem Public Engagement ist das anders. Gerade im letzteren Feld ist Partizipation ein wichtiger Teil.
Einteilung in Typen statt in Zielgruppen
Hinzu kommt, dass Zielgruppen wie „Jugendliche“ oder „jungen Erwachsene“ in sich divers sind. Nicht nur was beispielsweise ihre schulische Bildung betrifft, sondern auch ihre Hobbies. Wer wird überhaupt angesprochen, wenn „junge Erwachsene“ die Zielgruppe sind? Diejenigen, die bereits einer Arbeit nachgehen oder noch im Studium sind beziehungsweise Bücher lesen oder doch lieber Filme schauen? Die Gesellschaft an sich ist vielfältig. Ein nicht gerade leichter Umstand für die Wissenschaftskommunikation und dem Public Engagement. Dennoch gibt es Menschen, die ähnlich denken und handeln. Diese fassten die Wissenschaftler*innen von More in Common zusammen und arbeiteten sechs Typen heraus. Sie haben unterschiedliche Charaktereigenschaften. Der Begriff Typ ist neutral und beinhaltet, dass verschiedene Bürger*innen in einer Gesellschaft leben. Laut More in Common sind es die:
• Offenen (16 Prozent): Selbstentfaltung, Weltoffenheit, kritisches Denken
• Involvierten (17 Prozent): Bürgersinn, Miteinander, Verteidigung von Errungenschaften
• Etablierten (17 Prozent): Zufriedenheit, Verlässlichkeit, gesellschaftlicher Frieden
• Pragmatischen (16 Prozent): Erfolg, privates Fortkommen, Kontrolle vor Vertrauen
• Enttäuschten (14 Prozent): (verlorene) Gemeinschaft, (fehlende) Wertschätzung, Gerechtigkeit
• Wütenden (19 Prozent): Nationale Ordnung, Systemschelte, Misstrauen
(Typen der Gesellschaft, Studie „Die andere deutsche Teilung“, More in Common, 2019)
Hilfe für eine effektive Strategie
Diese Einteilung macht Sinn, weil sie spezifischer die verschiedenen Gruppen charakterisiert. Die Typen helfen dabei ein Public Engagement Projekt strategisch und effektiv zu entwickeln. Zudem zeigen die Wissenschaftler*innen in ihrer Studie, wo sich die Typen aufhalten und welchen Hobbies sie nachgehen. So sehr unterscheiden sie sich darin nicht. Fernsehen, Lesen und Kochen sind die drei Top-Hobbies. Gern besuchte Alltagsorte der Typen sind Supermärkte oder Gaststätten. Solche Plätze haben Potential für Public Engagement Events. Auch wenn sie auf den ersten Blick dafür vielleicht etwas ungewöhnlich erscheinen. Denn dort treffen unterschiedliche Typen aufeinander und könnten sich untereinander und mit Wissenschaftler*innen austauschen. Zum Beispiel mit einem Event wie der Living Library.
Erfahrung aus anderen Sektoren
Während der Organisation eines Events ist zu beachten, dass die Typen unterschiedliche Ansichten und Wahrnehmungen haben. Die einen sind zum Beispiel eher weltoffen, die anderen misstrauen der Politik und Wissenschaft. Es ist zeit- und ressourcen-aufwendig die richtige Ansprache zu finden. Daher lohnt es sich mit anderen Sektoren wie z.B. Pädagog*innen, Streetworker oder Kulturschaffende zu vernetzen. Sie haben bereits langjährige Erfahrung mit unterschiedlichen Gesellschaftstypen. Ihre Erkenntnisse helfen strategisch sinnvoll ein Projekt zu erarbeiten.
Überblick: Typen statt Zielgruppe – Vorteil für Public Engagement – Gezielte & spezifische Ansprache – Ideen für Public Engagement Projekte & Orte – Hilfe bei der Reflektion über die zu ansprechende Gruppe |
Quelle
Die 6 Typen der deutschen Gesellschaft (dieandereteilung.de)
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