Wie Macht die WissKomm beeinflusst

Foto: Schäferle

Kurz analysiert

Über Macht in der Arbeit sprechen wir nicht gerne. Sie begleitet und beeinflusst das Zusammenarbeiten unterbewusst. So auch in der Wissenschaftskommunikation, wenn Forschende und Praktiker*innen aufeinandertreffen. Es passiert öfters, dass ausschließlich Wissenschaftler*innen bestimmen, was kommuniziert wird. Das sollte beachtet werden. Für eine effektive WissKomm ist Zusammenarbeit, Reflexion und das Sprechen über die Kommunikation entscheidend.

Einfluss Wie gut die WissKomm ist, hängt unter anderem mit Macht zusammen. Warum sich darüber Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen Gedanken machen sollten, lest ihr im Artikel.

„Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer als der Abschied von der Macht.“ Das ist ein Zitat von Charles-Maurice de Talleyrand-Perigord (1754-1838). Er war Diplomat während der französischen Revolution. Erreichen bestimmte Menschen einmal Macht, fällt es ihnen schwer von dieser wegzukommen. In allen Bereichen unseres Lebens konfrontieren uns Machtpositionen. In den meisten Fällen beruht Macht auf Abhängigkeit, die auch in der Wissenschaftskommunikation vorhanden ist. Diese Macht beeinflusst die Kommunikation. Darüber gesprochen, wird leider zu wenig.

Formen der Macht

Macht äußert sich auf verschiedenen Ebenen. Dieser Artikel betrachtet Macht unter dem strukturellen und hierarchischen Aspekt. Hierarchisch meint die Ordnung innerhalb einer Abteilung. Die Abteilungsleiterin ist höhergestellt als der Angestellte. Sie bestimmt aufgrund ihrer Stellung mehr. Die Definition der strukturellen Macht ist: Menschen mit einem höheren Abschluss oder in einer höheren Funktion definieren mehr. Oft ist die Aufmerksamkeit auf sie aufgrund ihrer höheren Bildung verstärkt. Sie geben vor, was die Öffentlichkeit wahrnimmt.

Forschende erweitern mit ihren Erkenntnissen das Wissen über die Welt. Entweder kommunizieren sie dieses Wissen oder halten es zurück. So legen Wissenschaftler*innen fest, was an die Öffentlichkeit gelangt. Wenn sie kommunizieren, machen sie vor allem Forschungsergebnisse publik. Wie diese entstehen, erfährt die Bevölkerung oft nicht. Wobei die Forschenden in den letzten Jahren transparenter wurden. Trotzdem beeinflusst die strukturelle Macht der Forschenden die Kommunikation.

Kommunikation auf eigenen Kanälen

Für ältere Wissenschaftler*innen liegt ihre Hauptaufgabe in der Forschung. Die Öffentlichkeit an ihrer Forschung teilhaben zu lassen, dafür sehen sie nicht die Notwendigkeit. Es geht darum, dass sie Papers veröffentlichen und in der Wissenschafts-Community aktiv sind, um Forschungsgelder zu bekommen. Das sich WissKomm eignet auf die Forschung aufmerksam zu machen, ist erst in den letzten Jahren ins Bewusstsein gerückt. Vor allem junge Wissenschaftler*innen kommunizieren auf ihren eigenen Kanälen.

Macht verdrängt Fachwissen

In der WissKomm arbeiten die unterschiedlichsten Berufsgruppen zusammen. Voreingenommenheit gegenüber bestimmten Berufen, aber auch die hierarchische Anordnung im Team beeinflusst die Kommunikation. Zum Beispiel, wenn ein*e Wissenschaftler*in bestimmt, was an die Öffentlichkeit gelangt. Das verdrängt das Fachwissen anderer. Praktiker*innen haben Zugang zu Wissen, die Forschende nicht haben. Sie wissen, was die Zielgruppe möchte und welche Themen kommunizierbar sind. Würdigen Forschende ihr Wissen nicht genügend, minimiert das zu hoher Wahrscheinlichkeit den Effekt der Kommunikation.

Die Wissenschaft braucht Kommunikations-Expert*innen. Sie sind in der Kommunikation ausgebildet. Sich als Wissenschaftler*in darin zusätzlich zur Forschung einzulesen, dazu fehlt die Zeit. Professionalität ist gefragt, wenn die WissKomm bei der Zielgruppe ankommen soll. Es wäre daher sinnvoll, wenn Forschende die Praktiker*innen als gleiche Gesprächspartner*innen wahrnehmen.

Gegenseitiges Interesse, mehr Fruchtbarkeit

Es ist viel besser, zusammenzuarbeiten, miteinander zu sprechen und zu reflektieren. So kann jeder einbringen, welche Erwartungen er oder sie hat und welches Ziel mit der Kommunikation verfolgt wird. Denn: Jedes Wissen ist gleich viel Wert.

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