Kurz analysiert
Der Co-kreative Ansatz mit partizipativer Komponente stand von Anfang an im Mittelpunkt des KI Makerspaces. An diesem Ort in Tübingen sind alle Kinder und Jugendlichen willkommen. Denn Patrick Klügel, Cyber Valley Manager und Caroline Schmidt, Koordinatorin des BWKI wollen junge Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen ansprechen. Daher gibt es neben KI spezifischen Angeboten auch Filmeabende oder Kochkurse. Schon in der Konzeption bezogen sie ihre Zielgruppe mit ein. Außerdem sollen besonders Interessierte andere im Peer-to-Peer Learning für KI begeistern. Workshops für Schulen aller Art ergänzen das Angebot. So sollen möglichst viele von dem Public Engagement Projekt profitieren.
Partizipation Der Co-kreative Ansatz macht den KI Makerspace in Tübingen zu etwas Besonderem. Wie genau dieser aussieht und warum es so ein Public Engagement Projekt laut einer jungen Erwachsenen schon viel früher hätte geben müssen, lest ihr in den nächsten Zeilen.
Maker oder Hacker Spaces gibt es in vielen Städten. Dort kommen Menschen – eigentlich ausschließlich Erwachsene, zusammen und verwirklichen ihre Projekte. Einen ganz neuen Ansatz entwickelten Patrick Klügel, Public Engagement Manager des Cyber Valley und Dr. Caroline Schmidt, Koordinatorin des Bundeswettbewerbs für Künstliche Intelligenz mit dem KI Makerspace in Tübingen. Mitten in der Stadt am Neckar sind seit 28. Januar 2022 alle Kinder und Jugendlichen willkommen mit KI zu experimentieren oder einfach nur eine gute Zeit zu verbringen. Wichtig ist den beiden ein Angebot für verschiedene Vorerfahrungen zu schaffen. Neben spezifischen KI-Angeboten sind daher auch solche im Programm, die nichts mit KI zu tun haben – wie Filmeabende, eine Podcast-Ecke oder Kochkurse.
Mitbestimmung als Teil der Strategie
Die bemerkenswerte Herangehensweise des Public Engagement Konzepts ist der Co-kreative Ansatz. „Sehr gut fürs Projekt ist, wenn man die Konzeption gemeinsam mit der Zielgruppe angeht. Die Schüler waren von Anfang an mit dabei und konnten es kaum erwarten bis der KI Makerspace endlich öffnet“, sagt Patrick Klügel. Was dort passiert, entscheidet das Jugendgremium mit. Die jungen Menschen beteiligen sich aktiv und übernehmen Verantwortung. Neben dem hauptamtlichen Betreuer Gregor Schulte gibt es vor Ort junge Erwachsene als Ansprechpartner*innen. Aktuell sind es die BFDler*innen Mathilda Babetzki und Theo Döllmann.

Patrick Klügel und Caroline Schmidt war es zudem wichtig, die BFDler*innen direkt mit einzubeziehen. Sie beteiligten sich an der Organisation von Besprechungen nach einem Vortreffen mit ungefähr 50 Schüler*innen. „Mit den aktivsten Leuten haben wir uns weiter getroffen und darauf aufgebaut. Auch bei dem Termin mit Palmer waren wir dabei, als die Idee des KI Makerspaces gepitcht wurde“, erläutert Theo Döllmann. Durch den Einbezug junger Menschen konnten die Koordinator*innen von Beginn an Begeisterung wecken. Im besten Fall erzählen sie ihren Freund*innen davon.
Co-kreativer Ansatz des KI Makerspaces – Ein Überblick – spezifische KI Angebote & unspezifische wie Filmeabende, Kochkurse oder Podcast-Ecke – Peer-to-Peer Learning & junge Betreuer*innen, neben Hauptamtlichen – informelles Engagement von Forschenden – Kursangebot vor Ort & an Schulen – partizipative Mitbestimmung durch ein Jugendgremium |
Lokal vernetzt & vor Ort
Damit Schüler*innen davon erfahren, nutzt Caroline Schmidt ihre Kontakte zu lokalen Schulen. Zusammen mit BFDlerin Mathilda Babetzki bewirbt sie dort den KI Makerspace. Sie gehen nicht nur an Gymnasien, sondern auch an Förder- und Grundschulen. Jede Schulart soll profitieren. Deshalb bieten sie ihre Workshops sowohl im Makerspace als auch direkt in den Schulen an. Es sei relativ leicht an die Schüler*innen heranzukommen, meint Mathilda Babetzki. Weil die meisten sie aus dem vorherigen Bewerben kennen. Ihr junges Alter scheint zudem vorteilhaft für den Kontaktaufbau mit den jungen Menschen zu sein.
Gleichaltrige lernen voneinander
Damit die Zielgruppe den KI Makerspace als außerschulisch wahrnimmt, setzen die Koordinator*innen unter anderem auf das Peer-to-Peer Learning: Kinder und Jugendliche mit viel Wissen motivieren andere und begeistern sie für Technik. „Im KI Makerspace schaut jeder nacheinander“, erläutert Caroline Schmidt. Eine Überlegung ist, dass vielleicht zukünftig auch Schüler*innen mit Wissensvorsprung KI-Kurse anbieten.
Austausch mit Wissenschaftler*innen

Der KI Makerspace soll zudem eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaftler*innen und der Stadtgesellschaft sein. Daher will Patrick Klügel die Forschenden dazu begeistern ganz informell vorbeizuschauen und mit den Schüler*innen in Kontakt zu treten. Er organisiert außerdem Veranstaltungen und Diskussionen.
Einen Roboter bauen und programmieren? Im KI Makerspace ist das möglich. Foto: Universität Tübingen
Lernen ohne Leistungsdruck BFDlerin Mathilda Babetzki wäre als Kind sehr wahrscheinlich zum KI Makerspace gegangen: „Ich bin eigentlich nicht in dieser Welt zu Hause. Es wäre aber cool gewesen, wenn es so etwas früher gegeben hätte.“ Sie seien ideal, um ohne Leistungsdruck zu lernen und könnten auf einer anderen Ebene als die Schule Begeisterung – gerade für Technik-Themen wecken. Daran interessiert ist BFDler Theo Döllmann. Er unterstützt die Kinder und Jugendlichen im KI Makerspace mit seinem technischen Wissen und richtet die professionellen Geräte ein. Damit die jungen Menschen davon profitieren, müsse der Ort zentral liegen. Am besten mitten in der Stadt und in unmittelbarer Nähe von Schulen. Beides treffe laut den BFDler*innen auf den KI Makerspace zu. |
Kein Engagement ohne Beforschung
Zur Messung des Impacts haben sich Patrick Klügel und Caroline Schmidt schon etwas überlegt. Neben der normalen Messung der Teilnahmeaktivität oder der Reichweite, arbeiten sie an einem zusätzlichen Mess-Konzept: Über die Zeit wollen die Initiator*innen die KI Kompetenz evaluieren. Die Kinder und Jugendlichen sollen sich selbst einschätzen. Gerade anlaufend bzw. geplant ist die wissenschaftliche Beforschung durch die Universität Tübingen im speziellen des AI Zentrums. Und nicht zu vergessen: „Ein gutes Maß, um zu sehen, ob die Ziele erreicht werden, sind Nachahmungstäter“, ergänzt Caroline Schmidt. Sie und Mit-Koordinator Patrick Klügel werden sich in der Makerspace Szene vernetzen. Übrigens sind die beiden gegenüber Anfragen offen und freuen sich zu beraten.
Fazit – Vorbild & Inspiration für PE Projekte
Der Co-kreative Ansatz des KI Makerspace, der alle involviert und willkommen heißt, ist ein Vorbild für Public Engagement Projekte. Nur wenn die Zielgruppe beteiligt ist und mitbestimmen darf, fühlt sie sich wertgeschätzt. Sie ist offener Angebote anzunehmen. Mit dieser Herangehensweise entsteht eine Atmosphäre, in der sich die Kinder und Jugendlichen wohlfühlen und entfalten können. Veranstaltungen, Workshops und sonstige Angebote steigern nebenbei das Interesse an KI. Ob damit tatsächlich auch junge, vordergründig eher weniger interessierte Menschen erreicht werden, muss noch bewiesen werden.
Wir sind gespannt, wie sich der KI Makerspace entwickelt. …und was sich die Koordinator*innen sonst noch so einfallen lassen. Gut vorstellen könnte sich Patrick Klügel zum Beispiel ein Lastenrad mit KI Angeboten direkt in der Stadt: „Unsere Fühler haben wir schon ausgestreckt. Aber das ist erstmal Prio 2.“ Der KI Makerspace ist ja gerade erst angelaufen.
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