Kurz analysiert
Wissenschaftskommunikation und Public Engagement stehen nicht nebeneinander. Ersteres ist ein Teil von Letzterem. Denn neben dem bloßen Kommunizieren von Forschung, geht es auch um Inspiration, Beratung, Zusammenarbeit und Austausch. Der Austausch mit den Bürger*innen führt zu einem größeren Impact, als nur zu kommunizieren. Davon profitieren sowohl Wissenschaftler*innen als auch die Gesellschaft. Damit das selbstverständlich in Deutschland wird, braucht es einen gemeinsamen Kodex. Als Basis für die eigene Arbeit dient er zudem der Qualitätssicherung des Public Engagements. Außerdem könnten die Prinzipien den Prozess der Etablierung des Feldes beschleunigen. Wenn ein Konsens darüber besteht, was Public Engagement leisten muss, können Praktiker*innen mehr erreichen. Sowohl auf politischer als auch auf Hochschul-Ebene.
Struktur Langfristig ist Public Engagement der einzige Weg, dass Wissenschaft nachhaltig in allen Bevölkerungsschichten ankommt. Warum ein Kodex das Feld voranbringen könnte.
Public Engagement ist als Feld in Deutschland – im Gegensatz zu vor allem englisch-sprachigen Ländern nicht etabliert. Daher verstehen Praktiker*innen oft nicht das Gleiche darunter. Damit sich das ändert und jede*r ähnliche Ziele verfolgt, ist ein Kodex sinnvoll. Denn ein Kodex gibt Prinzipien vor an denen man sich orientieren kann. Er dient als Grundlage für die eigene Arbeit und gleichzeitig der Qualitätssicherung. Da eine gemeinsame Basis wichtig zur Weiterentwicklung des Feldes ist.
Zusammenarbeit von verschiedenen Feldern
Verfolgen alle die gleichen Ziele, hat ihre Stimme mehr Gewicht. Damit können Praktiker*innen eher auf die politische und Hochschul-Ebene einwirken. Das ist wichtig, um Public Engagement in Deutschland zum Standard zu machen. Der Kodex hilft dabei den Kulturwandel im Wissenschaftssystem voranzutreiben.
Aktuell entwickeln Praktiker*innen aus dem Feld und Expert*innen aus anderen Bereichen in einem Co-kreativen Austausch den Kodex. Jede*r darf mitmachen. Wenn ihr Interesse habt, wendet euch an Rebecca Beiter und Patrick Klügel vom Cyber Valley.
Kodex als Prozessbeschleuniger?
Langfristig bauen Praktiker*innen im Austausch mit den Bürger*innen eine Beziehung auf. Indem sie Zeit und Ressourcen investieren, um zu verstehen, wie man sie erreicht. Außerdem finden Wissenschaftler*innen in Gesprächen mit ihnen heraus, welche Forschungsthemen sie stärker erforschen sollten und bekommen Inspiration. Umgekehrt haben Bürger*innen so die Möglichkeit wissenschaftliche Abläufe besser zu verstehen und ihre Stimme mit einfließen zu lassen.
Es braucht sicher noch eine Weile bis sich Public Engagement in Deutschland etabliert. Genauso dauert es wohl, bis die Mehrheit Wissenschaftskommunikation als ein Teil von Public Engagement ansieht. Sowie erkennt, dass Letzteres durch Dialog-Formate und Kooperationen nachhaltig wirkt. Der Kodex könnte diesen Prozess beschleunigen.
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