Kurz analysiert
Ganz nah mit Wissenschaftler*innen auf der Bank sprechen. Das ermöglicht das Format der Science Bench. Was dafür nötig ist? Ein*e Wissenschaftler*in und eine Bank mitten in der Stadt. Das wunderbare an diesem Public Engagement Format ist: Hochschulen und Universitäten können das Event einfach organisieren. Wissenschaftler*innen erreichen so Menschen, die nicht unbedingt zum Tag der offenen Tür von Hochschulen kommen.
Austausch Ein Gespräch mit Wissenschaftler*innen mitten in der Stadt – möglich macht das die Science Bench. Ein Public Engagement Format mit unkomplizierter Organisation, wovon sowohl Wissenschaftler*innen, als auch die Bevölkerung profitiert.
Braucht ihr noch eine Idee für ein Public Engagement (PE) Event in diesem Jahr – ohne viel Aufwand? Wie wäre es mit einem Gespräch auf einer Bank? Der Oberbayrische Hochschulverband hat die Science Bench letztes Jahr in verschiedenen Städten ausprobiert. Das Konzept: Wissenschaftler*innen setzen sich für 90 Minuten auf eine Bank. Vorbeigehende Passanten sprechen mit ihnen so lange, wie sie möchten. Die Themen sind vorgegeben. Zum Beispiel wählte der Hochschulverband: Klimawandel und Künstliche Intelligenz.
Menschen wie du und ich
Das ist eine großartige Idee, um Menschen aus der Bevölkerung zu erreichen, die eher nicht zum Tag der offenen Tür von Instituten gehen. Mit dem Konzept gehen Wissenschaftler*innen dorthin, wo die Menschen sind. Sie zeigen: wir sind ganz normale Menschen, die sich nicht in ihrem Elfenbeinturm einschließen. Wir wollen euch zuhören und mit euch sprechen.

Mit den Gesprächen findet direkter Austausch statt. Interessierte Passanten bekommen Einblicke, was an Hochschulen und Universitäten vor sich geht. Die Menschen erfahren im Dialog, was die wissenschaftlichen Erkenntnisse für sie persönlich bedeuten. Zum Beispiel, dass der Verlust von Biodiversitäts-Flächen die Gesundheit beeinträchtigt. Außerdem können Wissenschaftler*innen direkt auf Sorgen reagieren. Beachten Forschende die Anliegen der Passanten verbessert das ihre Kommunikation über ihr Thema. Letzten Endes inspiriert der Dialog beide Seiten und setzt neue Denkanstöße.
Themen, die alle betreffen
Nicht alle Themen eigenen sich für die Science Bench. Alltagsnahe und solche, die die Menschen betreffen, sind eine gute Wahl – wie Klimawandel oder die Künstliche Intelligenz. Pressestellen müssen die Ankündigung über das Thema in einer verständlichen Sprache formulieren. Jed*r muss mit den verwendeten Begriffen etwas anfangen können.
Wissenschaftler*innen, die bei der Aktion des Oberbayrischen Hochschulverbandes mitmachten, empfehlen zusätzlich Personen, die Menschen auf der Straße gezielt ansprechen. Von Vorteil ist eine Science Bench, die sich an einer Straße mit viel Passanten-Verkehr befindet. In die Zukunft geblickt, ist das PE Format nachhaltig, wenn die Stadt eine Bank zur Verfügung stellt, die immer für wissenschaftliche Gespräche reserviert ist. Sodass die Passanten wissen, wo sie sich mit Wissenschaftler*innen austauschen können.
Wünschenswert ist, dass sich Wissenschafts-Bänke in den verschiedensten Städten etablieren.
Afrika als Vorbild
Die Science Bench ist eine Idee, die sich leicht umsetzen lässt und von der sowohl Forschende als auch die Bevölkerung profitieren. Wünschenswert ist, dass sich Wissenschafts-Bänke in den verschiedensten Städten etablieren, so wie die „Bank der Weisen“ in Afrika. Dort tauschen sich Menschen in einigen Dörfern mit weisen Frauen und Männern auf Bänken aus und holen Rat. Katja Becker, Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft brachte diese Idee nach ihrem Auslandsaufenthalt mit nach Deutschland. Das Engagement passt gut zum Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt!, wo Fragen der Bürger*innen im Mittelpunkt steht. Hoffentlich folgen mehr Hochschulen und Universitäten der Idee und es gibt bald in nahezu jeder Stadt eine Science Bench. Was für eine großartige Abwechslung das doch wäre, zwischen dem Wocheneinkauf oder Stadtbummel Neues mit einem*einer Wissenschaftler*in auszutauschen.
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